Das „Iceberg Project“ ist eine Web App, die den Nutzer/in die Möglichkeit bietet, das eigene Verhalten in sozialen Medien kritisch zu beleuchten und visualisiert das ständige Bemühen positive und negative Erfahrungen gegeneinander abzuwägen.
Auf Grundlage von persönlichen Daten erstellt die „Web App“ eine grafische Projektion des allgemeinen psychologischen Zustandes, den der Nutzer/in durch das Erstellen von Beiträgen in sozialen Medien ändern kann. Ist ein spezifischer Wert überschritten, besteht die Möglichkeit eine andere Perspektive einzunehmen.


Die gesamte Welt postet, teilt und klickt „Gefällt mir“ auf scheinbar erschreckend detaillierte Art und Weise, ohne dabei die Frage nach dem „Wieso“ zu stellen. Das die Aktivität in Sozialen Medien auf unterschiedlichen Wegen zu vorübergehenden Glücksmomenten führen kann, ist der Ausgangpunkt des „Iceberg Projects“.
Selbstverständlich bezieht sich dieser Grundgedanke nicht auf jeden Menschen, doch wir behaupten, dass es mehr gepostete Beiträge und Fotos zu unserem Abendessen gibt, als kritische Reflexionen aktueller Missstände. Demnach basiert unser Nutzungsverhalten im Netz auf dem Streben nach Glück und Zufriedenheit. Jeder Like schenkt uns einen Funken Anerkennung, der unseren allgemeinen Gemühtszustand definiert und von negativen Momenten ablenkt.
Wir wollen mit unserem künstlerischen Projekt verdeutlichen, dass wir mit unseren Verhaltensstrukturen stets versuchen Postiv und Negativ in Harmonie gegeneinander abzuwägen. Schockierende Informationen können uns aus der Bahn werfen und unsere künstlich konstruierte Realität droht einzubrechen. Nun tritt ein Phänomen in Kraft, dass uns das Bedürfnis vermittelt, uns wieder aufzuladen und das Leben in Balance zu halten. Wir können uns mit einem Klick der negativen Informationsflut entziehen und in unseren digitalen Rückzugsort flüchten.
Demnach versteht sich das Internet im Kontext zum „Iceberg Project“ als eine digitale Projektion der echten Welt mit ihren zwei Seiten, die zusammengesetzt unsere Realität formen. Verdeutlicht wird dies durch das, von uns gestaltete Logo, das sich der metaphorischen Bedeutung des Eisberges bedient. Betritt man die rote Seite hat dies eine Erschütterung unseres Weltbildes zur Folge, während die blaue Seite als Ablenkung dient, die tiefen Kränkungen der Menschheit auf Distanz zu halten.

Wir bewegen uns weg von dem reinen Motiv des Mitteilungsbedürfnisses hin zu einem menschlichen Grundbedürfnis des 21. Jahrhunderts, unser Leben in Balance zu halten. Unser digitaler Zwilling repräsentiert eine idealiserte, auf den ersten Blick fehlerfreie Kopie unser selbst, die darauf gepoolt ist zu kachieren, was uns verletzlich macht. Wir posten nichts Negatives, sondern nur etwas dem wir Wichtigkeit zusprechen und von dem wissen, dass es uns Glücksgefühle verschafft. Dieses Glückgefühl lässt wiederum zu, dass wir uns für eine gewisse Zeit mit den weniger schönen Dingen dieser Welt beschäftigen können. Dies müssen wir, denn all die Fehler, Missstände und Kränkungen haben Einfluss auf unser aller Leben, denn sie sind ein wesentlicher Teil von diesem.
Es wäre verkehrt sich nur auf der „blauen Seite“ aufzuhalten ohne zu akzeptieren, dass die „rote Seite“ eine sehr große Auswirkung auf unser aller Leben hat. Wir würden unsere „Comfort Zone“ nicht verlassenn und uns nur selbst belügen! Durch zu viel Zeit auf der „roten Seite“ verbittert man und kann durch all den negativen Einfluss nur sehr schwer ein glücklicher Mensch werden. Es müssen beide Seiten in unserem Leben Wertschätzung erhalten, damit wir sie gekonnt gegeneinander abwegen können.
C R E D I T S

Künstlerische Umsetzung:
Milan Soremski & Luca Goodwin
Musik:
© Tycho
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Studenten Projekt der FH Salzburg

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